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Herausfordernde Rahmenbedingungen für den Möbelhandel
09.03.2026


Das Jahr 2025 stellte den deutschen Möbelhandel erneut vor große Herausforderungen. Viele Belastungsfaktoren aus dem Vorjahr wirkten weiter fort, sodass die Branche weiterhin unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen agieren musste. Trotz dieser Situation bleibt der Möbelhandel ein zentraler Bestandteil des Einzelhandels und spielt eine wichtige Rolle in der Lebenswelt der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Auch die aktuellen Marktdaten unterstreichen die angespannte Lage. Nach Berechnungen des IFH Köln ging das Marktvolumen im Möbelhandel (ohne Elektrogeräte) im Jahr 2025 leicht zurück: Der Umsatz sank von 25,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 25,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von rund 1,0 Prozent.
Innerhalb der einzelnen Warengruppen zeigt sich ein differenziertes Bild. Während sich der Küchenmöbelbereich vergleichsweise stabil entwickelte und ein leichtes Umsatzplus von 1,7 Prozent verzeichnete, mussten andere Segmente Rückgänge hinnehmen. So lagen die Umsätze bei Polstermöbeln um 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, Büromöbel verzeichneten ein Minus von 4,1 Prozent. Auch der Bereich Matratzen einschließlich Rahmen und Lattenrosten ging um 2,2 Prozent zurück. Gartenmöbel und sonstige Wohnmöbel verzeichneten einen Rückgang von 1,1 Prozent.
„Die Zahlen zeigen deutlich, dass sich der Möbelhandel weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld bewegt“, erklärt Dirk Tesch, Präsident des Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM). „Insbesondere die schwache Entwicklung im Wohnungsbau, die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung sowie steigende regulatorische Anforderungen bremsen derzeit die Nachfrage. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam daran arbeiten, Investitionen zu erleichtern und den Wohnungsbau wieder stärker anzukurbeln.“
Die Preissituation bleibt angespannt. Möbel sind nach wie vor kostenintensive Anschaffungen, während Kundinnen und Kunden zunehmend preissensibel reagieren. Größere Investitionen in die Einrichtung werden häufig verschoben, während Ausgaben vermehrt in Reisen, Freizeitaktivitäten oder andere Konsumbereiche fließen. Dieses Verhalten ist Ausdruck wirtschaftlicher Vorsicht und einer anhaltenden Verunsicherung hinsichtlich politischer und gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen.
Darüber hinaus belasten umfangreiche regulatorische Anforderungen die Unternehmen. Betriebe müssen erhebliche Ressourcen in die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben investieren – etwa im Zusammenhang mit entwaldungsfreien Lieferketten, dem Lieferkettengesetz oder weiteren nationalen und europäischen Regularien. Der damit verbundene bürokratische Aufwand bindet Personal und Kapazitäten, die ansonsten in Sortimentsgestaltung, Servicequalität oder Kundenbetreuung fließen könnten. Besonders für kleinere und mittelständische Händler stellen diese Anforderungen eine erhebliche Herausforderung dar.
Auch die anhaltende Schwäche im Wohnungsbau wirkt sich spürbar auf die Nachfrage aus. Die Zahl neu fertiggestellter Wohnungen bleibt hinter dem Bedarf zurück, wodurch zusätzliche Einrichtungskäufe nur begrenzt entstehen. Der Markt wird derzeit vor allem durch Renovierungen, Modernisierungen und Ersatzkäufe getragen, während die Investitionsbereitschaft im Neubausegment weiterhin verhalten ist.
Zudem zeigt sich eine politische und wirtschaftliche Verunsicherung auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Kaufentscheidungen werden häufig zurückgestellt, solange klare wirtschaftliche Impulse und stabile Rahmenbedingungen fehlen. Um die Konsumstimmung nachhaltig zu verbessern, sind verlässliche politische Signale, eine Stärkung des Wohnungsbaus sowie gezielte Fördermaßnahmen für Modernisierung und Sanierung von zentraler Bedeutung.
„Für das laufende Jahr gilt: Schaffen Politik und Wirtschaft stabile und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, gewinnt der Wohnungsbau wieder Dynamik und kehrt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher zurück, kann der Möbelhandel vorsichtig optimistisch auf 2026 blicken“, so Dirk Tesch weiter. „Gleichzeitig ist die Branche gefordert, ihre eigenen Potenziale konsequent zu nutzen – sei es durch Digitalisierung, die Weiterentwicklung von Sortiment und Service oder durch nachhaltige und innovative Angebote – um bei steigender Nachfrage bestens aufgestellt zu sein.“
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